Psychische Belastungen bei Kindern nehmen zu, während Hilfe immer schwerer erreichbar wird. Hier finden Sie die Lage in Zahlen, mit allen Quellen.

Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist psychisch belastet1
durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz2
Eine kassenfinanzierte Fachkraft für rund 1.500 Kinder und Jugendliche (jeder Punkt steht für zehn Kinder)4
28 Wochen. Jedes Kästchen ist eine Woche, die ein Kind im Schnitt auf den Beginn einer Psychotherapie wartet.2
Jeder Punkt ist ein Kind. So viele kommen in Deutschland auf eine kassenfinanzierte Fachkraft für Kinder- und Jugendpsychotherapie oder -psychiatrie.4
Etwa jedes fünfte Kind in Deutschland ist psychisch belastet, durch soziale Medien, globale Krisen und die Nachwehen der Pandemie. Seit 2023 bleibt dieser Anteil dauerhaft über dem Niveau vor der Pandemie1 und Kliniken berichten von mehr Essstörungen, mehr suizidalen Krisen und mehr Angststörungen.3
Wer Hilfe sucht, wartet im Schnitt mehr als sechs Monate von der ersten Anfrage bis zum Beginn einer Psychotherapie.2 Über die Hälfte der kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken meldet selbst für teilstationäre Plätze Wartezeiten von mehr als zehn Wochen und offene Stellen bleiben dort durchschnittlich 62 Wochen unbesetzt.3
Dabei ist der Bedarf enorm: In der kassenfinanzierten Versorgung arbeiten rund 8.000 Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und gut 1.200 Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie.4 Für rund 14 Millionen Kinder unter 18 Jahren steht damit eine kassenfinanzierte Fachkraft für etwa 1.500 Kinder zur Verfügung.
Die Lage verschlechtert sich weiter.
Denn gleichzeitig werden genau die Menschen, die diese Lücke bisher gefüllt haben, aus dem System gedrängt.
Reform: Neue Sozialpädagogen und Pädagogen haben keinen Zugang mehr zur Kinder- und Jugendpsychotherapie5
Studium und Weiterbildung bis zur Kassenzulassung, der neue Pflichtweg für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten
Der Innovationsfonds für neue Versorgungskonzepte wird 2026 halbiert6
Wer vor September 2020 ein Studium in Pädagogik, Sozialpädagogik oder Erziehungswissenschaften begonnen hatte, konnte anschließend eine Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin machen. Das waren Menschen, die Familien aus dem Alltag kannten, systemisch dachten und Kinder als Teil eines größeren Systems verstanden. Seit der Reform 2020 ist dieser Weg für alle, die neu beginnen, geschlossen. Damit wird eine ganze Generation von Familienexperten aussortiert.
Wer heute Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin werden will, braucht fünf Jahre Studium und anschließend fünf Jahre Weiterbildung, also zehn Jahre bis zur vollen Kassenzulassung. Zusätzlich sollten die Vergütungen ambulanter psychotherapeutischer Leistungen ab April 2026 um 4,5 Prozent sinken. Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hat die Kürzung im Juli 2026 vorläufig gestoppt, das Hauptverfahren läuft noch.7
Auch der Heilpraktiker für Psychotherapie, eine weitere niedrigschwellige Versorgungsmöglichkeit, steht seit Jahren unter politischem Reformdruck. Die GKV-Reform halbiert außerdem den Innovationsfonds, der neue Versorgungskonzepte finanzieren soll, auf 100 Millionen Euro.6
„Wir brauchen ein gut aufgestelltes Versorgungssystem, das nicht erst dann Hilfe bietet, wenn psychische Probleme sich manifestiert haben. Die steigende Zahl an psychischen Erkrankungen zeigt, dass die Prävention gestärkt und in den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen verankert werden muss.“Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer, zum Kindergesundheitsbericht 20258
Ein Kind, das früh gut begleitet wird, braucht seltener Therapie. Ein Zwölfjähriger, der nach der Trennung der Eltern zwei Monate Unterstützung bekommt, landet seltener zwei Jahre später in der Klinik.
Auf einen Therapieplatz kann man nicht sechs Monate warten, wenn ein Kind jetzt Hilfe braucht.
In Deutschland arbeiten tausende gut ausgebildete Familienexperten mit freien Kapazitäten. Viele kamen über die Pädagogik, die Sozialarbeit oder die Heilpraktikerausbildung für Psychotherapie in die Familienarbeit.
Eltern können jedoch nicht erkennen, wer wirklich gut ist. Eine Website verrät nicht, ob jemand hilft oder es nur behauptet.
Das IFF schließt die Lücke zwischen dem Bedarf der Familien und dem, was kostenlos oder staatlich verfügbar ist. Dafür nutzt es ein einfaches, unabhängiges Qualitätssiegel, das auf geprüfter Ausbildung, nachgewiesener Praxiserfahrung und den Rückmeldungen der begleiteten Familien beruht. So müssen Eltern weder sechs Monate warten noch raten. Sie sehen: Dieser Mensch ist IFF-geprüft.